Gelernt ist gelernt (und erlebt ist erlebt)

Mit zwei meiner Jungs (u20) war ich auf dem Heimweg vom Dankesessen. Den halben Abend hatten sie es schon auf meine Armbanduhr abgesehen …

Beim Verabschieden von Nr. 1 hält dieser meine rechte Hand fest und ruft Nr. 2 auf, mir die Uhr abzunehmen während er mich hält.

Nr. 2 springt vor und hält auch meine rechte Hand … was bei uns zu Erstaunen führt, da ich wie die meisten meine Armbanduhr links trage.

Ein kurzer Ruck an meiner rechten Hand und sie ist frei – sonst wäre Nr. 1 vom Rad gefallen.

Und dann passierte es: gegen zwei stärkere Jungs hatte ich kraftmässig zwar keine Chance, aber die antrainierten Reflexe und Griffe meines „schwarzen Gürtels“ saßen auch noch nach 20 Jahren. Und als ich merkte wie die dazu gehörende Aggression sich aufbaute musste ich mich selbst geistig daran erinnern, dass die Jungs nur gankeln (oberbayerisch für aufziehen, spielen, Kräfte messen) wollten und keine wirkliche Gefahr von ihnen ausging.

Gut und schlecht: alte Verhaltensweisen und alte negative Erlebnisse lassen sich auch nach vielen Jahren nicht einfach ablegen.

Entspannt

Am Bahnhof treffe ich zwei meiner Jungs und gehe einen Teil meines Heimweges mit ihnen. Dabei erfahre ich auch, dass einer der beiden einen größeren Unfall hatte.

Ich: „Schlimm?“

Er: „Was ist schlimm?“

Ich: „Wurden Personen verletzt?“

Er: „Nein.“

Ich: „Alles andere ist nur Blech.“

Und denke mir im selben Moment: Hoffentlich bin ich in 5+x Jahren auch so entspannt, wenn meine Kinder mal unser Auto schrotten.

Freudscher Versprecher?

In Ronjas Klasse, ebenerdig gelegen, ist heute Projektvorstellung für die Eltern. Begeistert sitzen die Kinder und einige Eltern in der Klasse, lauschen der Sterntaler-Geschichte, basteln und spielen die Geschichte nach.

Irgendwann klopft jemand von draußen an das Glas, lacht durchs Fenster rein und geht weiter.

Lehrerin: „Ihre Frau?“

Ich: „Nein, mein Mann.“

Hätte eigentlich „mein Sonnenschein“ heißen sollen, aber immerhin ist niemand hyperventilierend vom Stuhl gefallen.

Klamotten und Rang

Vor einigen Wochen habe ich Ihm verraten, was meine Funktion in meinen wilden Jahren war. Nicht nur dem Alkohol geschuldet lachte er und glaubte mir nicht. Wir vereinbarten daher, dass wir beide beim Ehrenamtsempfang im Diener erscheinen werden und er dann mir glauben würde.

Ich habe mir mehr Gedanken gemacht als er glaubt und dann festgestellt, dass ich ein neues Hemd mit Löchern für Manschettenknöpfe benötige.

Der Gedanke war: geh in das nächste Herrenausstattungsgeschäft und kaufe eines. Tja:

  • „Haben wir nicht, da kein Bedarf. Ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Wer trägt denn sowas noch? Ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Für diese Sonderwünsche sind wir nicht zuständig. Ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Nur in Rosa, ansonsten gerne ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Nur in Verbindung mit dem Anzug, aber nicht als Einzelteil. Nicht doch lieber ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Da haben wir in Ihrer Größe nur noch ein Hemd. Wollen Sie es zuerst anprobieren?“

Ja, wollte ich. Und war erstaunt, dass es so ein Problem ist, ein gut sitzendes Hemd mit Löchern für Manschettenknöpfe in München zu finden.

Am Abend dann angezogen, die Manschettenknöpfe mit einem gewissen Stolz angelegt und die Spange mit einem mulmigen Gefühl befestigt.

Zwei Fragen stellten sich dann noch:

  1. Wer war an diesem Abend gnadenlos overdressed?
  2. Wer erschien nicht beim Empfang?

Fast sprachlos

Das ist Ike.

Ike ist unser „Never Stop Exploring“-Abenteuer-Bär. Der rote Wams ist sein Markenzeichen. Ike ist jetzt auch – neben Calvin – auf einer Kerze:

Kerze

Während des Nachmittags sollte jeder Firmling eine Kerze basteln und darauf abbilden, wofür er brennt und was ihn begeistert – bei mir war kein Flugzeug abgebildet, da die Kerze dafür zu klein war oder meine Feinmotorik zu schlecht.

Dafür hatte mein Mitgruppenleiter ein Flugzeug auf seiner Kerze und erklärte anschließend warum das so ist.

Und ich war erst mal sprachlos, schaute auf den Boden und konnte nur noch ein „Danke“ murmeln.

Firm-Auftakt

Es geht wieder los.

Tim

Tim und ich tauschten wieder zur Verwirrung der Jugendlichen (und zum Ärger der Erwachsenen) unsere Namen und zogen den Namenstausch erneut konsequent durch 😃

50 Jugendliche machen sich heute mehr oder weniger neugierig auf den Weg zu ihrer Firmung im nächsten Jahr. Begleitet werden sie dabei von einigen Erwachsenen und – was mich besonders freut – von vier Jugendlichen zwischen 17 und 20 Jahren.

Dieses Jahr gibt es für mich fünf Gründe warum ich doch noch einmal den Firmgruppenleiter gebe: genau diese vier junge Erwachsenen (mit meinem Sonnenschein leite ich eine Gruppe und freue mich auf die Zeit mit ihm; einer hilft sehr selbständig und hält uns damit den Rücken frei; der dritte ist ungewöhnlich reif für sein Alter (und hat Knopfaugen) und dem vierten kann ich zwar nichts mehr bei bringen, kann aber kaum mit jemand so viel Quatsch machen wie mit ihm) und einer der Firmlinge, den ich nun in meiner Gruppe habe.

5 Jungs sind nun in genau dieser Gruppe und es lässt sich gut an. Ich freu mich auf die Arbeit mit ihnen.

Im Gegensatz zu meiner Firmvorbereitung damals wird es kein Bibelwälzen und Psalm-auswendig lernen geben – das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass sich die Jugendlichen selbst reflektieren und überlegen, was sie eigentlich von ihrem Leben erwarten. Ein spannendes Thema, in dem das Lachen und Spielen bestimmt nicht zu kurz kommen wird.

Sobald sie verstanden haben, wer Tim und wer Tom ist.

Die Leichtathletik

Korbi hatte seinen letzen Wettkampf, bevor es nächste Woche zum Bund geht. Grund genug um als fünfköpfige Groupies nach Erding zu fahren. 

Dank Regens war es teilweise eine ruhige Angelegenheit …

Nix los

… aber wir vertrieben uns die Zeit mit Erzählungen, Tanz und „Gymnastik“ (Ronja kletterte auf mir herum). Linus kam darauf dass ein Regenschirm auch als Füller verwendet werden kann:

Linus

Mit manchen Fragen zu den Disziplinen brachten mich die Kinder ans Ende meines Wissens: aus welchem Material ist die Latte beim Hochsprung und warum steht die Matte für den Hochsprung nicht neben der Matte für den Stabhochsprung?

Stabhochsprung

Und dann war Korbi beim Diskus werfen dran:

Nach dem Wurf

Begeisterter Jubel:

Ekstatisch

Dank des Regens wurde auch mancher Sonnenschirm zum Regenschirm umfunktioniert:

Hilft nur bedingt

Eine schöne Zeit des Nichts-Tuns und Zuschauens für uns und nach einer 25-Stunden-Geburtstagsfeier mit viel zu wenig Schlaf genau das richtige Niveau. 

Heimweg in Regenjacke

Wurstklau

Wir sitzen draußen beim Frühstück. Ronja beäugt mich misstrauisch, während sie ihr Brot mit einer dicken Scheibe Salami isst. 

Endlich atmet sie kauend auf: „Papa, jetzt kannst Du mir meine Wurst nicht mehr klauen, jetzt hab ich sie im Mund.“

Ich: „Pass auf, Korbi hab ich schon mal ein Gummibärchen aus dem Mund geklaut!“

Ronjas Gesicht verzieht sich vor Ekel. 

Ich: „Ja, so hat Korbi auch geschaut.“