Lebkuchenhaus

Heute waren Freunde zu Besuch bei uns und neben viel Ratschen, Essen und Spielen haben wir auch zwei Lebkuchenhäuser gebastelt und verziert:Lebkuchenhaus

Welch ein Spaß für vier mehr oder weniger Erwachsene und zwei Kinder. Und welch eine Sauerei. Und vor lauter Süßigkeiten war es der Hälfte der Bastler danach schlecht.

Aber hay – habe ich schon erwähnt dass wir Spaß hatten?

Lachend

Linus liegt in meinem Arm und blättert Profilbilder auf meinem Handy durch. Bei einem bleibt er hängen und stellt fest: „Der hat ein richtiges Lachen im Gesicht.“

Ja, das hat er. Und er hatte immer schon viel Humor und war noch viel mehr in der Welt unterwegs. Bianca ist zwar der Meinung dass er Geheimratsecken bekommt (vielleicht ist sie ja eifersüchtig) – aber mir ist Linus Meinung dann wichtiger 😃

Dilatato corde

Als Jugendlicher habe ich mich irgendwann mal entschlossen, mir keine Vorbilder zu nehmen – zu abschreckend fand ich die Vorbilder meiner Mitschüler, als dass diese eine sinnvolle Funktion erfüllen könnten.

Irgendwann wird man älter und weiser und erkennt, dass man sich doch an gewissen Persönlichkeiten orientiert hat. Nicht weil sie sich als Posterboy irgendwie als Helden gaben, sondern durch ihr Handeln, persönliches Da-sein und Wirken.

So einer war Lolo für mich. Einer, der schon immer da war (er war etwas älter als meine Eltern) und mit viel Witz und Charme durch sein Leben ging. Einer, der auch uns Kinder war nahm und seine Zeit bewusst auch mit uns verbrachte. Unvergessen für uns, als er uns mal wieder besuchte und statt mit meinen Eltern zu philosophieren lieber uns drei Kindern mehr als eine Stunde lang ein „Mickey-Maus-Buch“ vorlas und erklärte.

Sein Humor kam an vielen Stellen zur Geltung – beim Witze erzählen, bei seinen Lausbuben-Streichen (der Ochsen-Schädel als Ziel bei einer Nachtschnitzeljagd; die Langlaufstecken im Baum, …) und auch bei seinen Predigten. Kaum eine Ansprache ohne eine Stelle zum Schmunzeln.

Lolo war jemand, der das Leben ernst nahm – an den wichtigen Stellen. Als er sich mal Socken von meinem Vater auslieh (seine wurden bei einer Bergtour patsch nass) und diese Socken dann drei Stunden später verloren hatte – da hatte er nur einen lockeren Spruch parat. Meinen Vater wurmte es – Lolo war es egal. Die wichtigen Stellen waren für ihn jene Menschen, denen es nicht gut ging. Den Abgehängten, den Verlorenen, die Suchenden. Wenn er mit der Brauerei in Andechs Geld erwirtschaften konnte – warum nicht damit die Obdachlosenhilfe in München finanzieren.

Er hatte für alle ein offenes Ohr – unabhängig von Titeln und Status. Er hörte alten Menschen genauso zu wie er die Sorgen von jungen Menschen annahm. Mit einer großen Gelassenheit und Wärme stellte er den individuellen Menschen und die Liebe in den Mittelpunkt und nicht die Hierarchien – beispielsweise segnete er auch gleichgeschlechtliche Paare und Wiederverheiratete.

Er hatte das, was sein Leitspruch war: Dilatato corde – ein weites Herz.

Ruhe, Gelassenheit, Wärme, Vertrauen und Offenheit – das war auch bei seinem Requiem heute zu spüren. In einem mehr als vollen Dom nahmen heute die Menschen gemeinsam Abschied von Lolo – gut und weniger gut angezogene Menschen, reiche und arme, jung und alt. Dankbar für dieses weite Herz.

Und auch ich bin dankbar, diesen Menschen zur Orientierung gehabt zu haben. Wenn auch damals unbewusst. Und viel gelernt zu haben über das hoffentlich Wichtige im Leben.

Alt-Abt Odilo Lechner verstarb am 3. November 2017 im Kloster St. Bonifaz zu München.

Starnberger See

Mit Freunden trafen wir uns heute am Starnberger See – was nach dieser Woche bei unseren Kindern zur Frage führte: „Müssen wir da auch erst wieder wandern?“  

Nein, heute nicht. Es ging direkt ins Wasser. 

Starnberger See

Und dank ruhigen Wassers hatten wir die perfekte Kühlung für unsere Melone:

Im Wasser schwimmend

Und mit schwimmen, treiben lassen und reden verging die Zeit mal wieder viel zu schnell … und nicht nur wir genossen die Ruhe:

Siebenschläfer

Nach Stockbrot und Grillen saßen wir noch entspannt am Ufer und beobachteten bei lauem Wind die Unwetterwarnungen, die am anderen Ufer Orange aufblitzten …

Sturmfront

Innerhalb von drei Minuten erwischte es dann auch uns: von einem lauen Wind zu Sturm (noch ohne Regen) in ein paar Augenblicken. Zum Glück war bereits zuvor alles gepackt und verstaut so dass wir im schnellen Schritt zum Auto liefen – und es dann bei einem ausgewachsenen Sturm nach Hause ging. 

Unser breit grinsender Gruß geht an die SUC-Fahrer, die mit ihren großen Karossen lieber im Tunnel stehen blieben und das Unwetter abwarteten (auch wenn es natürlich sinnvoll ist sich seiner Können bewusst zu sein und lieber zu warten – aber wir amüsierten uns trotzdem). Ronja schlief übrigens bei der Heimfahrt. 

Ein entspannter und abenteuerlicher Tag.