Schach-Drama

Am Abend spielte ich nochmals mit Linus Schach. Die erste Runde war gut, die zweite brachen wir auf Grund eines Spielfehlers ab und das dritte Spiel war herausfordernd. Offensiv griff er mich an, brachte weit vorne seine Figuren in Stellung und bedrängte mich. Selbst abgesicherte Positionen knackte er und ich musste jeden Zug überlegen.

Sonst spielt er defensiv, aber hier führte er. Und um noch stärker zu sein, zog er Bauern an meine Grundlinie vor, um diese zu wandeln.

Und das waren die zwei Züge, die mir Luft brachten – mit Dame, einem Pferd und einem Bauern lieferten wir uns eine abwechslungsreiche Schlacht. Ich durfte Linus keinen Zug frei lassen, damit er nicht mit dem Bauern weiter kam und er musste darauf achten, dass er seine wenigen freien Felder bei seinem König decken konnte. Letztlich war es eine Frage der Erfahrung, dass ich noch gewinnen konnte, aber so hart in Schach bin ich seit Jahren nicht mehr angegangen worden.

Mit dem Matt applaudierte ich Linus und gratulierte ihm trotz seines Verlierens zu diesem großartigen Spiel – und er brach in Tränen aus. Er hat sich so erhofft, endlich mal gegen mich gewinnen zu könnnen …. ich benötigte viel Zeit, um ihn zu beruhigen. Es gab keinen „den Fehler“, der ihm den Sieg kostete; auch der Vergleich dass weder Bianca noch die Jungs gegen mich nicht mehr spielen, half nichts.

Und ich frage mich: Soll ich ihn gewinnen lassen oder soll er sich den Sieg verdienen? Zwei Herzen schlagen in meiner Brust.

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