Heiraten

Warum blogge ich eigentlich?
Da kommen viele verschiedene Gründe zusammen, aber einer der wichtigsten ist: damit wir (Familie, Freunde, Du, etc.) uns über all die schönen und manchmal auch nachdenklichen Erzählungen freuen können und diese nicht vergessen. All die vielen Kleinigkeiten, die wir mit den Kindern (und Fliegerbär) erleben, vergessen wir leider wieder viel zu schnell.
Wenn wir den Blog mal wieder lesen, erinnern wir uns und schmunzeln über all diese schönen und wunderbaren Erlebnisse, die doch unser Leben sind.

Oft finde ich aber gar nicht die Zeit und die Muße, über das Erlebte zu erzählen, es fest zu halten. Manchmal erinnerte ich mich aber dann – mit oder ohne Anlaß – an etwas Erlebtes und schreibe es dann auf.

So einen Anlaß gab es – und ich muss leider „leider“ schreiben – heute: Das Westfalenblatt hatte am letzten Sonntag in ihrer Rubrik „Guter Rat am Sonntag“ in einem Beitrag mit dem Titel „Töchter schützen“ ihrem Leser Bernhard empfohlen, mit seinen 6 und 8 Jahre alten Töchtern nicht auf die Hochzeit seines Bruders zu gehen, da dieser einen Mann heiratet. Die Begründung: die Töchter müssten sich mit der sexuellen Orientierung befassen und zwei Männer haben es schon schwer genug, eine gelungene Hochzeit zu organisieren. Dies verwirre die Töchter nur.
(Dass das Erscheinungsdatum des Artikels auch noch am „Internationalen Tag gegen Homophobie“ war, ist nur eine ironische Randnotiz).

Dies erinnerte mich an ein Erlebnis vor einigen Wochen:
Ich holte Ronja vom Kindergarten ab und auf dem Nachhauseweg fragte sie mich: „Gell, Papa, Jungs können nicht Jungs heiraten?
Ich: „Doch, Ronja, Jungs können Jungs heiraten, wenn sie wollen.
Ronja schaute verwirrt.

Ja, liebes Westfalenblatt, sie schaute verwirrt. Aber es war der Blick der Art „Meint Papa das ernst oder macht er wieder nur Quatsch?„.

Ich blieb stehen, schaute sie auf Augenhöhe an und fragte Ronja: „Warum haben denn Papa und Mama geheiratet?
Ronja: „Weil ihr euch liebt!“
Ich: „Und warum heiraten andere Menschen?
Ronja: „Weil sie sich lieben.
Ich: „Und wenn jetzt Christian seinen Mann heiraten will, weil er ihn liebt – geht das dann?
Ronja: „Ja.“

Meine Tochter hat es verstanden!
Sie versteht, warum bei uns die meisten Menschen heiraten – unabhängig vom Geschlecht! Ich musste dafür auch keine „Aufklärung über sexuelle Orierntierung“ geben – sie hat mit ihren 4 Jahren verstanden, was wichtig ist.

Ich bin stolz auf meine Tochter.

Bessere Worte zum Schluss als Angelika Hesse kann ich auch nicht finden als leicht abgewandelt:
Lieber Bruder von Bernhard: Meine Kinder würden liebend gerne Eure Blumenkinder sein, falls ihr keinen Ersatz findet!

RTFP

Seit es Dokumentationen gibt, gibt es auch Fragen dazu. Aus eigener Erfahrung werden die Hälfte der Fragen bereits in der Dokumentation beantwortet – für diese Fälle gibt es die Abkürzung RTFM (read the fucking manuel). 

Meerow hat das nun auf RTFP umgeschrieben: read the fucking Pressemitteilung. Der Anlass: die Bundesregierung leugnet die massenhafte Überwachung der Bundesbürger durch „unsere Freunde“ seit Snwoden.  Nun kam heraus, dass der Bundesnachrichtendienst aktiv dabei geholfen hat, für „unsere Freunde“ Wirtschaftsspionage zu leisten. Die Bundesregierung gab eine Presseerklärung heraus (die Überwacher werden freundlich gebeten, die illegale Überwachung ein zu stellen) und der Sprecher der Bundesregierung stellte sich in einer Pressekonferenz. Was er dabei sagte, ist in einer Niederschrift hier ab der zweiten Hälfte (externer Link auf Netzpolitik.org) zu lesen. Eigentlich nur: RTFP

Gleich vorab: es geht hier nicht um pro/contra Überwachung, sondern wie die Regierung, vertreten durch Hr. Seibert, reagiert – nämlich gar nicht. 

TOR = Extremist?

(Nein, nicht Fussball. Sondern Verschlüsselung ist mit TOR gemeint).

Mordverdächtiger war Tom ja schon mal.
Jetzt also auch Extremist?
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Da ich mich (noch) in der Arbeit in die Systeme einloggen kann und sämtliche Sicherheitseinstufungen (noch) gültig sind … bin ich wohl (noch) vertrauenswürdig 😉

Aber ernsthaft:
Verschlüssel ich in der Arbeit bin ich vertrauenswürdig, arbeite nach Vorschrift und Prozess und ist Grundlage für die Zusammenarbeit.
Verschlüssel ich meine privaten Daten bin ich automatisch verdächtig und kann als Extremist eingestuft werden?