Klamotten und Rang

Vor einigen Wochen habe ich Ihm verraten, was meine Funktion in meinen wilden Jahren war. Nicht nur dem Alkohol geschuldet lachte er und glaubte mir nicht. Wir vereinbarten daher, dass wir beide beim Ehrenamtsempfang im Diener erscheinen werden und er dann mir glauben würde.

Ich habe mir mehr Gedanken gemacht als er glaubt und dann festgestellt, dass ich ein neues Hemd mit Löchern für Manschettenknöpfe benötige.

Der Gedanke war: geh in das nächste Herrenausstattungsgeschäft und kaufe eines. Tja:

  • „Haben wir nicht, da kein Bedarf. Ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Wer trägt denn sowas noch? Ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Für diese Sonderwünsche sind wir nicht zuständig. Ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Nur in Rosa, ansonsten gerne ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Nur in Verbindung mit dem Anzug, aber nicht als Einzelteil. Nicht doch lieber ein normales Hemd, der Herr?“
  • „Da haben wir in Ihrer Größe nur noch ein Hemd. Wollen Sie es zuerst anprobieren?“

Ja, wollte ich. Und war erstaunt, dass es so ein Problem ist, ein gut sitzendes Hemd mit Löchern für Manschettenknöpfe in München zu finden.

Am Abend dann angezogen, die Manschettenknöpfe mit einem gewissen Stolz angelegt und die Spange mit einem mulmigen Gefühl befestigt.

Zwei Fragen stellten sich dann noch:

  1. Wer war an diesem Abend gnadenlos overdressed?
  2. Wer erschien nicht beim Empfang?

Firm-Auftakt

Es geht wieder los.

Tim

Tim und ich tauschten wieder zur Verwirrung der Jugendlichen (und zum Ärger der Erwachsenen) unsere Namen und zogen den Namenstausch erneut konsequent durch 😃

50 Jugendliche machen sich heute mehr oder weniger neugierig auf den Weg zu ihrer Firmung im nächsten Jahr. Begleitet werden sie dabei von einigen Erwachsenen und – was mich besonders freut – von vier Jugendlichen zwischen 17 und 20 Jahren.

Dieses Jahr gibt es für mich fünf Gründe warum ich doch noch einmal den Firmgruppenleiter gebe: genau diese vier junge Erwachsenen (mit meinem Sonnenschein leite ich eine Gruppe und freue mich auf die Zeit mit ihm; einer hilft sehr selbständig und hält uns damit den Rücken frei; der dritte ist ungewöhnlich reif für sein Alter (und hat Knopfaugen) und dem vierten kann ich zwar nichts mehr bei bringen, kann aber kaum mit jemand so viel Quatsch machen wie mit ihm) und einer der Firmlinge, den ich nun in meiner Gruppe habe.

5 Jungs sind nun in genau dieser Gruppe und es lässt sich gut an. Ich freu mich auf die Arbeit mit ihnen.

Im Gegensatz zu meiner Firmvorbereitung damals wird es kein Bibelwälzen und Psalm-auswendig lernen geben – das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass sich die Jugendlichen selbst reflektieren und überlegen, was sie eigentlich von ihrem Leben erwarten. Ein spannendes Thema, in dem das Lachen und Spielen bestimmt nicht zu kurz kommen wird.

Sobald sie verstanden haben, wer Tim und wer Tom ist.

Dampfmaschine

„Wat is ne Dampfmaschine?“

Ein Ritual aus der Uni-Zeit ist die alljährliche „Feuerzangenbowle“ mit dem gleichnamigen Film mit Heinz Rühmann. In diesem Film erklärt ein Lehrer auf unglaubliche Art und Weise, was eine Dampfmaschine ist (hier gibt es den Text auf einer externen Homepage; auf YouTube wird man bestimmt auch fündig).

In meiner Kindheit war ich von Dampfmaschinen begeistert und habe es endlich geschafft, meine alte Dampfmaschine aus dem Keller zu holen, zu entstauben und wieder zusammen zu bauen.

Und zur Inbetriebnahme habe ich Linus dazu geholt. Erst erklärte ich ihm theoretisch das Prinzip (inkl. Ventilen und beiden Löchern – das war eine Anspielung auf den Film), wies ihn auf evtl. Probleme ob des Alters der Dampfmaschin hin und dann machten wir das Feuer an.

Ne Dampfmaschin

Die Maschine funktionierte noch einwandfrei – und viel erstaunter war ich von Linus Begeisterung, der sich vor Freude gar nicht mehr ein kriegte, fragte und damit spielte. Eine Stunde lang. Und dank der Pfiffe kam auch eine Nachbarin, die den Pfeifton erkannte und ebenso interessiert war. Linus ist so begeistert, dass er jeden Tag fragt, ob er die Dampfmaschine anmachen darf 😃<<<<
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Frage der Perspektive

Beruflich in Mainz, Smalltalk. 

Person: „Kennen sie diese Fidget Spinner? Wozu die gut sein sollen. Aber alle Kinder wollen die haben.“

Ich: „Ja, die kenne ich. Aber kennen Sie das Spiel mit dem Bleistift aus der Grundschule, wer schneller den Bleisift durch die Finger wandern lassen konnte?“

Kannte er und wir haben mit Kugelschreiber gespielt. Damals Bleisifte, jetzt Fidget Spinner. Alles nur ein anderer Gegenstand. Das wichtige ist doch: die Kinder und wir haben Spaß. 

Flugsüchtig

Wir sind spazieren. Ein Flugzeug fliegt vorbei und ich schau ihm träumend nach. 

Bianca: „Wir waren heute über fünf Stunden am Flughafen und Du hast immer noch nicht genug?!?“

Lufthansa

Nein, wir haben noch nicht genug. 

Im Cockpit der Catalina

Heute war die 25- Jahre-Flughafen-MUC-Geburtstagsfeier. 

Entspannen am Spielplatz