Puzzle

Bianca hat ihr Puzzle fertig:

Linus: „Mama, warum sind da Marshmallow abgebildet?“

Bianca erklärte ihm, wofür bei Malefiz die Steine verwendet werden und verwies darauf, dass er ja das Spiel bereits kennt.

Linus: „Ach ja, da gewinnt immer der Papa.“

Langsam hab ich die Befürchtung, dass die Kinder ein einseitiges Bild von mir haben.

Liebe ist …

Heute bin ich turnusmäßig an der Reihe, Brezen für den Regionalausschuss des Betriebsrats zu besorgen. Gestern habe ich vorbestellt und heute beim Frühstück noch gemurmelt: „Brezen abholen nicht vergessen.“

Liebe ist, wenn ich auf liebenswerte Weise daran erinnert werde:

Die vielen Kleinigkeiten machen viel mehr aus als eine große Sache.

Eselsbrücke

Beim Frühstück.

Ich: „Heute vor 47 Jahren startete ‚Apollo 14‘ zum Mond.“

Linus: „Ich kann mir nicht merken wann die erste Mondlandung war – 1969 oder 1996. Beides so lange her.

Durch atmen.

Ich: „Mein größter Traum ist es, eine Mondlandung live zu erleben. War ich 1996 schon geboren?“

Linus: „Ja. Da warst du jung. Dann war die Mondlandung 1969.“

Ok, er hat mich zwei mal alt genannt. Aber jetzt kann er es sich hoffentlich merken.

Warum es mal wieder länger dauerte

Früher Morgen. Erstaunlicherweise sind unsere Kinder bereits wach (an einem Schultag!). Ich geh in die Dusche.

Linus: „Papa, ich erzähl Dir mal einen Witz. Pass auf. In einem Flugzeug …“

So geht es drei Witze lang. Dann geht er und ich mache endlich die Dusche an.

Ronja: „Papa, ich will Dir auch einen Witz erzählen. Geht eine Frau mit ihren beiden Hunden – Papa, Du musst die Dusche ausmachen! Sonst hörst Du mich ja nicht!“

Zwei Witze später konnte ich dann Duschen.

Frühstück.

Linus: „Papa, ein Rätsel: Du wirst bei Nacht gejagt und kommst in einen Raum mit zwei Türen. Hinter einer ist ein mit Sonnenlicht betriebener Laser und hinter der anderen zwei Ninjas, die Dich mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit töten werden. Durch welche Tür gehst Du?“

Die Antwort war klar, zum Essen kam ich trotzdem nicht.

Linus: „Ich komme in einen Raum mit zwei Türen. Hinter einer ist eine Gang, die mich verprügeln wird, hinter der anderen die Polizei, die jeden Erwachsenen erschiesst. Durch welche Tür soll ich gehen und warum?“

Beantwortet und Gegenfrage gestellt: „Ich komme in einen Raum, in dem Mama, Louis Hofmann und Cameron Díaz sind. Mit wem geh ich heim?“

Linus: „Mit allen dreien.“

Immerhin fällt er auf meine Fragen genauso nicht rein wie ich auf seine. Aber jetzt freue ich mich auf meinen Arbeitstag.

Kirchenführung

Im Zuge der Erstkommunion-Vorbereitung gab es für die Erstkommunionskinder auch eine Kirchenführung von unserem Pfarrer. Als Gruppenleiterin ist Bianca mit dabei.

Sakristei

Pfarrer: „Schaut mal, hier hängen zwei Bilder von Personen. Das sind meine Chefs. Wer kennt die?“

Kind1: „Das ist der Papst.“

Pfarrer:Richtig. Und der andere? Da steht auch sein Name dort.“

Kind2 liest vor: „Kardinal Reinhard Marx“

Kind3: „Sind die auch schon tot?“

Klar, wenn sonst in der Kirche nur Statuen und Bilder von Toten zu sehen sind ….

An der Orgel

Pfarrer erklärt die Funktionsweise der Orgel: „Und dort, wo Frau S. steht, da …

Kind1 unterbricht:„Wer ist Frau S.?“

Kind2 und 3 helfen: „Das ist doch die Bianca!“

Pfarrer: „Dort, wo Bianca steht…“

Orgelpfeifen

Schach-Drama

Am Abend spielte ich nochmals mit Linus Schach. Die erste Runde war gut, die zweite brachen wir auf Grund eines Spielfehlers ab und das dritte Spiel war herausfordernd. Offensiv griff er mich an, brachte weit vorne seine Figuren in Stellung und bedrängte mich. Selbst abgesicherte Positionen knackte er und ich musste jeden Zug überlegen.

Sonst spielt er defensiv, aber hier führte er. Und um noch stärker zu sein, zog er Bauern an meine Grundlinie vor, um diese zu wandeln.

Und das waren die zwei Züge, die mir Luft brachten – mit Dame, einem Pferd und einem Bauern lieferten wir uns eine abwechslungsreiche Schlacht. Ich durfte Linus keinen Zug frei lassen, damit er nicht mit dem Bauern weiter kam und er musste darauf achten, dass er seine wenigen freien Felder bei seinem König decken konnte. Letztlich war es eine Frage der Erfahrung, dass ich noch gewinnen konnte, aber so hart in Schach bin ich seit Jahren nicht mehr angegangen worden.

Mit dem Matt applaudierte ich Linus und gratulierte ihm trotz seines Verlierens zu diesem großartigen Spiel – und er brach in Tränen aus. Er hat sich so erhofft, endlich mal gegen mich gewinnen zu könnnen …. ich benötigte viel Zeit, um ihn zu beruhigen. Es gab keinen „den Fehler“, der ihm den Sieg kostete; auch der Vergleich dass weder Bianca noch die Jungs gegen mich nicht mehr spielen, half nichts.

Und ich frage mich: Soll ich ihn gewinnen lassen oder soll er sich den Sieg verdienen? Zwei Herzen schlagen in meiner Brust.

Geschenkverpackung

Im November habe ich festgestellt, dass meine Frau am letzten Sonntag im Januar genau 1x.000 Tage alt wird (das x ist aus Respekt vor dem Alter meiner Frau).

In der Mittagspause am Freitag besorgte ich eine Kleinigkeit und bat meine Kollegin, ob sie das für mich einpacken kann. Das kann sie definitiv besser als ich. Das machte sie, während andere Kollegen über mich und meine Einpackkünste lästerten.

Sonntag Morgen.

Linus brachte Bianca Kaffee ans Bett und ich richtete den Frühstückstisch her und hängte eine „Happy Birthday“-Girlande (mit Flugzeugen drauf!) auf.

Als Bianca die Treppe herunter kam, sangen wir ein Lied.

Bianca: „Warum?“

Ich: „Weil Du genau 1x.000 Tage alt bist.“

Biancas zweite Frage nach ihrem Blick auf das Geschenk: „Wer hat das für Dich eingepackt?“

Säufer

Einkaufen.

Auf der Liste steht u. a. Zuckerhut und Wein für eine Feuerzangenbowle.

Ich lege 5 Flaschen Wein mit je 0,7 l Fassungsvermögen für 11 Erwachsene in den Einkaufswagen.

Ronja: „Sauft ihr wieder?“

Wir werden uns bei diesen Mengen gnadenlos die Kante geben. Und danach nach diesen Blicken der Verkäuferinnen ein anderes Geschäft zum Einkaufen suchen.

Feuerzangenbowle